Landwirtschaft

Experten beantworten aktuelle Fragen zur Landwirtschaft und ihrer gesellschaftlichen Bedeutung.

Ist Bio teurer

Sind Lebensmittel ohne Pestizideinsatz teurer?

Wer in den Supermarkt einkauft, hat den Eindruck, dass Bio teurer ist. Dabei ist aber zwischen dem zu unterscheiden, was der Kunde an der Kasse zahlt und dem was die gesellschaftlichen Kosten für die Produkte sind.
Die konventionelle Landwirtschaft ist für eine Vielzahl von Umweltbelastungen verantwortlich, die unsere Wirtschaft, unsere Gesellschaft und unsere Umwelt nachhaltig belasten.
Für die Gesellschaft ist die biologische Landwirtschaft günstiger als konventionell hergestellte Lebensmittel.

Sind Pestizide notwendig?

Sind Pestizide notwendig um die Ernte zu sichern?

Die Pestizidhersteller empfehlen eine präventive Anwendung, um ertragreiche Ernten zu garantieren. Was unsere Böden aber robust und widerstandsfähig macht und hält, ist die Biodiversität, also die Vielfalt des Lebens. Diese entsteht durch Symbiosen von Pflanzen und Pilzen, welche im Wurzelraum siedeln oder durch Beikräuter, die verrotten und zu nährstoffreichem Hummus werden. In Dürrejahren sorgt dies in der Bio-Landwirtschaft nachweislich für eine 31% ertragreichere Ernte. Werden Erntepflanzen aber durch den Einsatz von Pestiziden bevorzugt, schadet dies im Umkehrschluss der Biodiversität und somit der langfristigen Sicherstellung der Ernte selbst.

gegen Pestizide in der Luft

Was kann ich gegen Pestizide in der Luft tun?

Pestizide in der Luft sind Folge einer intensiven konventionellen Landwirtschaft. Neben politischen Entscheidungen für die Rahmenfaktoren, ist der Kunde der entscheidende Faktor, um den Pestizideinsatz zu reduzieren. Denn wenn mehr Lebensmittel ohne Pestizideinsatz nachgefragt werden, sinkt auch die Pestizidbelastung in der Luft.

Gibt es verbotene Pestizide in der Luft?​

30% der in der TIEM-Pestizid-Studie von 2020 gefundenen Pestizide sind nicht mehr erlaubt oder waren es noch nie. Woher diese kommen kann die Studie zur Belastung der Luft mit Pestiziden nicht belegen. Es zeigt, aber, dass verboten nicht bedeutet, dass die Wirkstoffe sofort aus unserer Umwelt und auch nicht aus unserer Atemluft verschwinden.

Wie kann man Pestizide besteuern?​

Steuerern sind nicht nur Einnahme für den Staat. Mit Steuern kann man Verhalten steuern. Wenn die Nutzung von Pestiziden einer dynamischen Besteuerung unterliegen würde, könnten erhebliche Mengen an giftigen Schädlingsbekämpfungsmitteln eingespart werden, die nie auf den Äckern landen.

Wie viele Pestizide wurden 2019 eingesetzt?​​

Die Nutzung von Pestiziden ist insgesamt zurückgegangen. Im Vergleich der letzten Jahre war es der niedrigste Stand seit 20 Jahren. Agrarministerin Julia Klöckner hat am 12.08.2020 mitgeteilt, dass die verkaufte Menge von Unkraut- und Schädlingsvernichtern im Vergleich zu 2018 um 6,7 Prozent gesunken ist. Laut Industrieverband Agrar (IVA) wurden 2020 insgesamt rund 27.000 Tonnen Pestizide abgesetzt.
Der Rückgang ist vor allem auf den Rückgang von Herbiziden (Unkrautvernichtungsmitteln) um 6,5 % und Fungiziden (Mittel gegen Pilzbefall) um 10% zurückzuführen.
Bei Glyphosat betrug der Rückgang im Vorjahresvergleich sogar 11,3 Prozent.

Wer ist das Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft?

Das Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft ist ein Zusammenschluss aus Bio-Unternehmen und Zivilgesellschaft, die gemeinsam Forschung initiieren. Forschung, die sonst nicht gemacht wird und die für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen elementar ist.