Landwirtschaft

Experten beantworten aktuelle Fragen zur Landwirtschaft und ihrer gesellschaftlichen Bedeutung.

Sind Pestizide notwendig?

Sind Pestizide notwendig um die Ernte zu sichern?

Die Pestizidhersteller empfehlen eine präventive Anwendung, um ertragreiche Ernten zu garantieren. Was unsere Böden aber robust und widerstandsfähig macht und hält, ist die Biodiversität, also die Vielfalt des Lebens. Diese entsteht durch Symbiosen von Pflanzen und Pilzen, welche im Wurzelraum siedeln oder durch Beikräuter, die verrotten und zu nährstoffreichem Hummus werden. In Dürrejahren sorgt dies in der Bio-Landwirtschaft nachweislich für eine 31% ertragreichere Ernte. Werden Erntepflanzen aber durch den Einsatz von Pestiziden bevorzugt, schadet dies im Umkehrschluss der Biodiversität und somit der langfristigen Sicherstellung der Ernte selbst.

Wie viele Pestizide wurden 2019 eingesetzt?​​

Die Nutzung von Pestiziden ist insgesamt zurückgegangen. Im Vergleich der letzten Jahre war es der niedrigste Stand seit 20 Jahren. Agrarministerin Julia Klöckner hat am 12.08.2020 mitgeteilt, dass die verkaufte Menge von Unkraut- und Schädlingsvernichtern im Vergleich zu 2018 um 6,7 Prozent gesunken ist. Laut Industrieverband Agrar (IVA) wurden 2020 insgesamt rund 27.000 Tonnen Pestizide abgesetzt.
Der Rückgang ist vor allem auf den Rückgang von Herbiziden (Unkrautvernichtungsmitteln) um 6,5 % und Fungiziden (Mittel gegen Pilzbefall) um 10% zurückzuführen.
Bei Glyphosat betrug der Rückgang im Vorjahresvergleich sogar 11,3 Prozent.