Pestizide in der Luft

Erst durch eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2020 ist bekannt wie hoch die Belastung durch Pestizide in der Luft ist. Whispert hat Experten aus verschiedenen Bereichen dafür gewonnen, die wichtigsten Fragen zu dem Thema Pestizide und Luft zu beantworten:

Dr. Maren Kruse-Plaß - Promovierte Biologin

Was ist ein Passivsammler

Ein Passivsammler nimmt Schadstoffe ohne Stromzufuhr direkt aus der Luft auf. Solche Sammler können deshalb überall eingesetzt werden und haben einen geringen Wartungsaufwand.

Ergebnisse zu Pestiziden in der Luft

Was sind die neuesten Ergebnisse zu Pestiziden in der Luft von 2020?

Die Untersuchungen der TIEM-Pestizid-Studie über Pestizide in der Luft beziehen sich auf die Jahre 2014 bis 2019. In allen Untersuchungsjahren wurden Pestizide in der Luft nachgewiesen. Für das Jahr 2020 gibt es keine eigene Untersuchung. Aus den Untersuchungsergebnissen der vorhergegangenen Jahre lässt sich vermuten, dass auch im Jahr 2020 die Atemluft mit Pestiziden belastet ist.

Frau untersucht ob Pestizide in der Luft gefährlich

Sind Pestizide in der Luft gefährlich für die Gesundheit?

Pestizide werden entwickelt, um Pflanzen, Insekten oder Pilze zu töten. Aufgrund dieser Eigenschaft sind sie auch für den Menschen, giftig. Diese Giftigkeit kann graduell unterschiedlich sein, abhängig davon, über welchen Weg das Schädlingsbekämpfungsmittel in den Körper gelangt. Die mögliche Schädigung der Gesundheit ist aber grundsätzlich die gleiche, egal ob über die Nahrung oder die Luft aufgenommen. Pestizide in der Luft stellen eine zusätzliche Belastung dar, was bei der Risikoabschätzung nur ungenügende Beachtung findet.

Bio-Produkte nicht gespritzt

Wird bei Bio gespritzt?

Im Bio- bzw. Ökolandbau sind chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel nicht zugelassen. Der Pflanzenschutz erfolgt dort im wesentlichen durch den Aufbau gesunder Böden, die Auswahl widerstandsfähiger Sorten und Saaten, vielfältige Fruchtfolge und die Förderung von Nützlingen. Spritzmittel dürfen nur bei drohendem Ernteverlust eingesetzt werden und sind im wesentlichen auf leicht und rückstandslos abbaubare, natürliche Stoffe begrenzt.

Sind Pestizide notwendig?

Sind Pestizide notwendig um die Ernte zu sichern?

Die Pestizidhersteller empfehlen eine präventive Anwendung, um ertragreiche Ernten zu garantieren. Was unsere Böden aber robust und widerstandsfähig macht und hält, ist die Biodiversität, also die Vielfalt des Lebens. Diese entsteht durch Symbiosen von Pflanzen und Pilzen, welche im Wurzelraum siedeln oder durch Beikräuter, die verrotten und zu nährstoffreichem Hummus werden. In Dürrejahren sorgt dies in der Bio-Landwirtschaft nachweislich für eine 31% ertragreichere Ernte. Werden Erntepflanzen aber durch den Einsatz von Pestiziden bevorzugt, schadet dies im Umkehrschluss der Biodiversität und somit der langfristigen Sicherstellung der Ernte selbst.

gegen Pestizide in der Luft

Was kann ich gegen Pestizide in der Luft tun?

Pestizide in der Luft sind Folge einer intensiven konventionellen Landwirtschaft. Neben politischen Entscheidungen für die Rahmenfaktoren, ist der Kunde der entscheidende Faktor, um den Pestizideinsatz zu reduzieren. Denn wenn mehr Lebensmittel ohne Pestizideinsatz nachgefragt werden, sinkt auch die Pestizidbelastung in der Luft.

Chemische Untersuchungen

Wer misst Pestizide in der Luft?

Pestizide verteilen sich in der Atemluft – ein Monitoring von staatlicher Seite fehlt bisher. Studien aus dem privaten Bereich zeigen eine hohe Anzahl an giftigen Schädlingsbekämpfungsmitteln, die sich durch die Luft verteilen.

Honig ohne Pestizide

Wie kommen Pestizidrückstände in den Honig?

Bienen sammeln die Rohstoffe für die Produktion von Honig in der Natur. Auch andere Substanzen, welche für die Versorgung des Bienenvolkes notwendig sind, werden eingetragen. Pestizidrückstände im Flugkreis können durch diese Sammelaktivität in den Bienenstock gelangen und dort zu Rückständen im Honig führen.