Pestizide

Pestizide werden in den Bereich der Pflanzenschutzmittel, Biozide und Tierarzneimittel unterteilt. Oft sind damit vom Menschen angefertige Pflanzenschutzmittel gemeint, die dazu dienen die “Nutzpflanzen” vor lästig oder schädlich empfungenen Lebewesen oder Viren zu schützen, indem man diese tötet, vertreibt oder in ihrer Keimung, Wachstum oder Vermehrung hemmt.

Ausgewiesene Experten beantworten aktuelle Fragen zum Thema Pestizide:

Ist Bio teurer

Sind Lebensmittel ohne Pestizideinsatz teurer?

Wer in den Supermarkt einkauft, hat den Eindruck, dass Bio teurer ist. Dabei ist aber zwischen dem zu unterscheiden, was der Kunde an der Kasse zahlt und dem was die gesellschaftlichen Kosten für die Produkte sind.
Die konventionelle Landwirtschaft ist für eine Vielzahl von Umweltbelastungen verantwortlich, die unsere Wirtschaft, unsere Gesellschaft und unsere Umwelt nachhaltig belasten.
Für die Gesellschaft ist die biologische Landwirtschaft günstiger als konventionell hergestellte Lebensmittel.

Dr. Maren Kruse-Plaß - Promovierte Biologin

Was ist ein Passivsammler

Ein Passivsammler nimmt Schadstoffe ohne Stromzufuhr direkt aus der Luft auf. Solche Sammler können deshalb überall eingesetzt werden und haben einen geringen Wartungsaufwand.

Ergebnisse zu Pestiziden in der Luft

Was sind die neuesten Ergebnisse zu Pestiziden in der Luft von 2020?

Die Untersuchungen der TIEM-Pestizid-Studie über Pestizide in der Luft beziehen sich auf die Jahre 2014 bis 2019. In allen Untersuchungsjahren wurden Pestizide in der Luft nachgewiesen. Für das Jahr 2020 gibt es keine eigene Untersuchung. Aus den Untersuchungsergebnissen der vorhergegangenen Jahre lässt sich vermuten, dass auch im Jahr 2020 die Atemluft mit Pestiziden belastet ist.

Frau untersucht ob Pestizide in der Luft gefährlich

Sind Pestizide in der Luft gefährlich für die Gesundheit?

Pestizide werden entwickelt, um Pflanzen, Insekten oder Pilze zu töten. Aufgrund dieser Eigenschaft sind sie auch für den Menschen, giftig. Diese Giftigkeit kann graduell unterschiedlich sein, abhängig davon, über welchen Weg das Schädlingsbekämpfungsmittel in den Körper gelangt. Die mögliche Schädigung der Gesundheit ist aber grundsätzlich die gleiche, egal ob über die Nahrung oder die Luft aufgenommen. Pestizide in der Luft stellen eine zusätzliche Belastung dar, was bei der Risikoabschätzung nur ungenügende Beachtung findet.

Einsatz von Pestiziden Deutschland

Wie viele Pestizide werden eingesetzt in Deutschland?

Zwischen 1995 und 2005 lag die Menge verkaufter Pestizide in Deutschland bei ca. 30.000 t Wirkstoff pro Jahr (ohne inerte Gase). Seit 2006 bis 2018 liegt der jährliche Absatz bei etwa 30.000 bis 35.000 t Wirkstoff. Herbizide, also Unkrautbekämpfungsmittel, haben mit 49,2 % den mengenmäßig größten Anteil der verkauften Pestizide, gefolgt von Fungiziden.

Mais Monokultur

Haben Pestizide Folgen für die Natur?

Pestizide zerstören die Umwelt, reduzieren die Artenvielfalt auf den landwirtschaftlichen Flächen und in den Böden. Dadurch sind Tiere und Pflanzen sowie ganze Lebensräume vom Aussterben bedroht oder unwiderbringlich verloren gegangen und Böden haben Nährstoffen verloren. Das Problem besteht weltweit.

Bio-Produkte nicht gespritzt

Wird bei Bio gespritzt?

Im Bio- bzw. Ökolandbau sind chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel nicht zugelassen. Der Pflanzenschutz erfolgt dort im wesentlichen durch den Aufbau gesunder Böden, die Auswahl widerstandsfähiger Sorten und Saaten, vielfältige Fruchtfolge und die Förderung von Nützlingen. Spritzmittel dürfen nur bei drohendem Ernteverlust eingesetzt werden und sind im wesentlichen auf leicht und rückstandslos abbaubare, natürliche Stoffe begrenzt.

Sind Pestizide notwendig?

Sind Pestizide notwendig um die Ernte zu sichern?

Die Pestizidhersteller empfehlen eine präventive Anwendung, um ertragreiche Ernten zu garantieren. Was unsere Böden aber robust und widerstandsfähig macht und hält, ist die Biodiversität, also die Vielfalt des Lebens. Diese entsteht durch Symbiosen von Pflanzen und Pilzen, welche im Wurzelraum siedeln oder durch Beikräuter, die verrotten und zu nährstoffreichem Hummus werden. In Dürrejahren sorgt dies in der Bio-Landwirtschaft nachweislich für eine 31% ertragreichere Ernte. Werden Erntepflanzen aber durch den Einsatz von Pestiziden bevorzugt, schadet dies im Umkehrschluss der Biodiversität und somit der langfristigen Sicherstellung der Ernte selbst.