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Thomas Hirt

Experte für Lean Management

Was ist Lean Management?

Lean Management

Lean Management gestaltet Prozesse effizient, indem es Verschwendungen vermeidet und die Prozessschritte aufeinander abstimmt. Dabei gilt das Motto „Work smarter, not harder“. Ein Grundsatz, dem auch Mitarbeiter viel abgewinnen können. Dabei werden durch Einsatz von verschiedenen Methoden und Prinzipien eingefahrene Denkweisen infrage gestellt, Abläufe analysiert und schließlich optimiert. Im Grund geht es bei den Prinzipien um „GMV“, den Gesunden-Menschen-Verstand, wobei die Mauern alter Gewohnheiten durchbrochen werden. Die Frage, die wir uns dabei immer stellen, ist: „Was will der Kunde?“ Das kann unser Kunde sein, der unser Produkt oder unsere Dienstleistung kauft, aber auch die nachfolgende Abteilung im Produktionsprozess. Essenziell ist, dass du Dinge hinterfragst und nach dem „Warum“ fragst. Es geht darum, stetig an weiteren Verbesserungen zu arbeiten, wobei du im Zuge der Verbesserungen immer auf ZDF statt ARD achten solltest (Zahlen, Daten, Fakten statt: Alle Ratschen Darüber.).

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Fakten

    • Fakt 1

      Ein funktionierendes Lean Management gibt es nur, wenn die erste Führungsebene hinter Lean Management steht.

    • Fakt 2

      Lean Management ist eine Philosophie, die Zeit braucht um zu funktionieren. Es ist keine Hau-Ruck Aktion.

    • Fakt 3

      Lean = GMV = Gesunder Menschenverstand

Thomas Hirt

Thomas Hirt

Experte für Lean Management

Torsten Gauger
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Tipps von Thomas Hirt

Definition von Lean Management

Lean Management ist ein Denkansatz, der sich auf Prozesse konzentriert. Diese Prozesse werden so aufeinander abgestimmt, immer im Sinne des Kundenwunsches, dass Verschwendungen beseitigt werden. Wichtig ist das stetige Streben nach weiteren Verbesserungen, auch Kaizen oder KVP genannt wird.

Wie ist Lean Management aufgebaut?

Die größtmögliche Kundenzufriedenheit ist das oberste Ziel von Lean Management. Diese wird über höchste Qualität und Effizienz am Produkt, der Dienstleistung und den Prozessen gewährleistet. Um das zu erreichen, zu können, müssen die Lean Methoden auf einem starken Fundament fußen. Das Lean Haus baut auf 5S und Standardisierung auf, ohne die der weitere Aufbau auf wackligen Beinen stehen würde. Ohne eine Vereinheitlichung und ein „Ordnen und Säubern“ von Prozessen und Arbeitsbereichen wird jedes Ergebnis in gewissem Maß nur ein Zufallsprodukt sein. Aus dem Lean-Methodenbaukasten werden die Lean Methoden (siehe unten) ausgewählt, die für die individuelle Situation als die effektivsten erachtet werden. Diese Methoden werden dann systematisch eingeführt. Der Mensch steht dabei immer im Mittelpunkt. Einerseits als „Kunde“ im Prozess und andererseits aktiv integriert in die Prozessgestaltung. Denn nur mit der Akzeptanz und Motivation aller Beschäftigten kann über den kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) die höchste Qualität bzw. Effizienz und damit die bestmögliche Kundenzufriedenheit erreicht werden. So entsteht ein nachhaltiger Prozessaufbau, der von allen unterstützt wird.

 

Woher kommt Lean Management?

Das heutige Lean Management basiert auf Taiichi Ono’s Toyota Produktionssystem    aus den 1950er Jahren. In den 1990er Jahren untersuchte eine Studie des MIT, warum die japanischen Autobauer so viel effizienter arbeiteten, als die Amerikanischen und Europäischen. Die Antwort lag in dem Aufbau der Produktionssysteme, die man ab dieser Zeit „Lean Management“ nannte. Seit dem werden diese schlanken Management-Methoden auch in der amerikanischen und europäischen Automobilindustrie als Standard eingesetzt.

Was ist das Ziel von Lean Management?

Der einfachste Erklärungsansatz ist hier der plakativste, denn im Grunde ist das Ziel von Lean Management nichts anderes als der größte Wunsch aller Faulen. „Wie bekomme ich mit minimalem Einsatz ein maximales Ergebnis?“ D.h. wir wollen Verschwendung von Aufwand, Zeit und Ressourcen vermeiden und trotzdem das gewünschte Ergebnis, bzw. noch mehr erreichen und dies auch immer weiter tun und unsere Kunden maximal zufriedenstellen. Der Fokus liegt nicht auf Technologien, sondern auf einem Prozessdenken und „schlanke“ (lean) Prozesse sind dabei das Ziel. Wobei diese dann eine verbesserte Entscheidungsgrundlage für die Auswahl der Technologie sein können.

Woran kann die Lean Management Umsetzung scheitern?

Was sind die größten Herausforderungen für eine erfolgreiche Umsetzung von Lean Maßnahmen?

1. Die Geschäftsführung steht nicht hinter den Lean Maßnahmen.

Lean Maßnahmen sollen nebenbei umgesetzt werden und die erforderlichen Ressourcen Zeit und Kapazität werden nicht bereitgestellt. Trotzdem erwartet man kurzfristigste Effizienzsteigerungen, meist auf Kosten der Mitarbeiter. Dabei wird notwendige Entscheidungskompetenz nicht übertragen und die Verantwortlichen können die Maßnahmen damit nicht in der gewünschten Geschwindigkeit oder Effizienz umsetzen.

2. Betroffene Mitarbeiter und auch Führungskräfte werden nicht in den Lean Prozess mit eingebunden.

Sie sind oft in ihren Abläufen über die Jahre so eingefahren, dass Veränderungen auf massiven Widerstand stoßen. Soll eine Lean Umsetzung ein Erfolg werden, so müssen die betroffenen Mitarbeiter abgeholt und eingebunden werden.

3. Lean Methoden werden nur um der Methodenwillen stur umgesetzt.

Damit werden maximal nur kleinere Teilerfolge umgesetzt. Es wird oft zu theoretisch vorgegangen, stur die Methode durchgeboxt, ohne die Situation vorher genauer angesehen zu haben.

Was sind die Lösungen für eine erfolgreiche Lean Management Umsetzung?

1. Wie schafft man es die Geschäftsführung hinter sich zu bringen?

Die Geschäftsführung muss bereit sein Kompetenzen an die Verantwortlichen des Lean Management Prozesses abzugeben oder muss den Lean Prozess selber leiten. Helfen können hier best practice Besuche bei Unternehmen, die erfolgreich Lean Management umsetzen, um das Verständnis bzw. die Zielerwartung bei der Geschäftsführung zu schärfen.

2. Wie schafft man es, Mitarbeiter abzuholen und einzubinden?

Mache Betroffene zu Beteiligten (einen Fünfer dafür ins Phrasenschwein). Wobei hier nicht gemeint ist basisdemokratisch vorzugehen.

3. Wie schafft man es, Lean Management Methoden pragmatisch anzuwenden?

  • Vereinbare Lean Ziele.
  • Definiere einen Lean Baukasten.
  • Starte am besten mit Pilotbereichen in denen die Lean Methoden strukturiert umgesetzt werden. Eine Umsetzung von Lean Methoden über alle Bereiche nach dem Gießkannenprinzip bindet viele Kapazitäten und bleibt meist nicht nachhaltig.

Bei einer erfolgreichen Lean Management Umsetzung steht die Geschäftsführung hinter den Lean Maßnahmen, die Mitarbeiter ziehen mit und Lean Management wird nicht nur um der Methode willen umgesetzt.

Was sind Methoden von Lean Management?

Im Lean Management werden Prozesse mithilfe von unterstützenden Methoden analysiert und optimiert. Wichtig ist, dass man die Methoden nicht der Methodenwillen stur anwendet, sondern aus dem „Lean Methodenbaukasten“ die Methoden nutzt, die für den konkreten Fall am sinnvollsten sind.

  • 5S strukturiert zu Ordnung und Sauberkeit
  • Kaizen / KVP
  • Kata
  • Visualisierung
  • 5x „Warum“
  • Kanban
  • SMED
  • Poka Yoke
  • Ein Stück fließt
  • Werstromanalyse / Value Stream Mapping
  • TQM Total Quality Management
  • TPM Total Productive Maintanance
  • Gemba walk
  • Hoshin Kanri
  • JIT und JIS (just in time, just in sequence)
  • Die 7(9) Verschwendungsarten
  • PDCA Zyklus
  • A3 Report
  • 8D Bericht
  • Pull Prinzip

Wo kommt Lean Management zum Einsatz?

Der Ursprung liegt bei den Produktionsprozessen und der Fertigungsplanung. Wichtig ist es jedoch nach und nach alle Unternehmensbereiche mit einzubinden, wie die Entwicklung oder den Vertrieb. In den 1990er starteten die Automobilunternehmen in Europa und den USA mit Lean Management. Nach und nach haben sich weitere Industriezweige und auch Dienstleistungsunternehmen die Prinzipien des Lean Management angeeignet und seit einigen Jahren kommen diese auch verstärkt in der Softwareentwicklung und der IT zum Einsatz, zusammen mit Agile und Scrum. Aber auch in produktionsfremden Unternehmen oder im Privaten können die Lean Methoden eingesetzt werden, wie z.B. in Schulen in Dienstleistungsunternehmen oder daheim in der Küche.

Eckpunkte

    • Führungskräfte überzeugen

    • Mitarbeiter abholen

    • Gemeinsam die Ziele erarbeiten

FAQ

Was ist Lean Six Sigma?

Was ist Lean Six Sigma?

Die Kombination von Lean Management und Six Sigma ermöglicht es sowohl „einfache“ Prozessverbesserungen über Lean Methoden zu erreichen und mittels Unterstützung durch statistische Tools und Methoden die tieferliegenden Ursachen für große Probleme bzw. „großen Schmerz“ zu beheben (DMAIC oder DMADV).

Auf welchen drei Grundsätzen beruht Lean Management?

Auf welchen drei Grundsätzen beruht Lean Management?

Die Lean-Methodik basiert auf drei Grundsätzen:

  1. Liefere Deinem Kunden einen echten Wert.
  2. Beseitige überflüssiges. (Dinge, die für das Endprodukt keinen Wert bringen)
  3. Verbessere Dein Produkt bzw. Dienstleistung ständig.

Was bedeutet der Begriff "Lean Management"?

Was bedeutet der Begriff "Lean Management"?

Die wörtliche Übersetzung lautet "Schlankes Unternehmen" und bezieht sich auf die effiziente und damit schlanke Gestaltung aller Prozesse der gesamten Wertschöpfungskette.

Wo kann Lean Management angewendent werden?

Wo kann Lean Management angewendent werden?

Das Lean-Konzept kann in jedem Geschäfts- oder Produktionsprozess angewendet werden. Von der Produktion, über das Marketing, bis hin zur Softwareentwicklung.

Wieso wurde Lean Management zu einem universellen Marketinginstrument?

Wieso wurde Lean Management zu einem universellen Marketinginstrument?

Aufgrund seiner Grundprinzipien hat das Lean Management Konzept positive Auswirkungen auf die Gesamtleistung von Unternehmen. Lean Management ist ein universelles Managementinstrument, das einen wesentlichen Anteil zur Wertschöpfung und Produktivitätssteigerung leistet und wird branchenübergreifend in allen Geschäftsbereichen angewendet.

Welche Folgen hat das Lean Management Konzept für die Führung?

Welche Folgen hat das Lean Management Konzept für die Führung?

In der Lean-Methodik geht es darum die Arbeitsprozesse, den Sinn und Zweck des Unternehmens und die Arbeitsleistung kontinuierlich zu hinterfragen und zu verbessern. Dies führt auch bei der Führung von Unternehmen zu wesentlichen Veränderungen: Anstatt die vollständige Kontrolle über die Arbeitsprozesse in der Führung zu halten, fördert Lean Management die gemeinsame Verantwortung aller Mitarbeiter. Aus geschäftlicher Sicht besteht Lean darin, die Produktentwicklungszyklen zu verkürzen und schnell festzustellen, ob ein bestimmtes Geschäftskonzept realisierbar ist. Damit hat die Lean Methode weitreichende Folgen für die Führung von Unternehmen.

Welche Werte stehen hinter dem Lean Konzept?

Welche Werte stehen hinter dem Lean Konzept?

  1. Respekt vor dem Menschen. Im Lean Management vertraut man auf die Kompetenz der Menschen, die die Arbeit umsetzen.
  2. "Kontinuierliche Verbesserungen" ist eine Grundhaltung, die nie zu Ende geht.
  3. Verbesserungen können aus jeder Hierarchiestufe heraus erfolgen.

Woher stammt das Lean Konzept?

Woher stammt das Lean Konzept?

In den späten 1940er Jahren, als Toyota die Grundlagen für Lean Manufacturing legte, zielten sie darauf ab, Prozesse zu reduzieren, die für das Endprodukt keinen Wert bringen. Auf diese Weise gelang es Toyota, die Produktivität, Effizienz, Zykluszeit und Kosteneffizienz erheblich zu verbessern.

Von wem stammt der Begriff Lean?

Von wem stammt der Begriff Lean?

Der Begriff "Lean" wurde von John Krafcik (derzeit CEO von Googles selbstfahrendem Autoprojekt Waymo) in seinem 1988 erschienenen Artikel "Triumph of the Lean Production System" das erste Mal verwendet.

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  • Lean Management entspricht meinem Wesen. Manche tüfteln lange an der Frage, wie man die Zähne einer Säge scharf bekommt, um das schweißtreibende Sägen zu erleichtern. Ich denke lieber darüber nach, ob es das Sägen überhaupt braucht.
    Im Grunde ist Lean Management der GMV = gesunder Menschenverstand. Es ist wichtig, offen zu sein für neues und nach dem Motto vorgehen ... wir begründen nicht, warum etwas nicht geht, sondern wir sagen "Es könnte gehen wenn ..."!

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