Was ist Epigenetik

Erstellt am 19.01.2024 aktualisiert am 19.01.2024
Timo Janisch
Timo Janisch
Fachkompetenz: Fachkompetenz

Die Epigenetik untersucht, wie Gene durch äußere Faktoren wie Ernährung, Lebensstil, Stress und Umweltbedingungen an- oder abgeschaltet werden können. Die Erforschung der Epigenetik hat das Potenzial, zur Entwicklung neuer Therapien und Behandlungen beizutragen. Als Epigenetik-Coach unterstützt du deine Klienten, ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen. Medizinische Kenntnisse und Werkzeuge aus der Persönlichkeitsentwicklung unterstützen dich in deiner Arbeit als Coach.

Was ist Epigenetik?

Die neue und faszinierende Wissenschaft der „Epigenetik", einem Fachgebiet der Biologie, deckt auf: Wir sind unseren Genen doch nicht so heillos ausgeliefert, wie viele von uns glauben. Unser Genom hält zwar den Bauplan für unsere Zellen und somit unseren Körper bereit. Unser Epigenom jedoch entscheidet, wie unser Genom abgelesen wird – es legt also fest, welche Gene aktiviert werden oder welche Gene stummgeschaltet werden. Unser Epigenom ist nicht unveränderlich, sondern reagiert sensibel auf Umwelteinflüsse und passt sich ihnen an. Das bedeutet im Rückschluss dann also auch: wir selbst können die Sache in die Hand nehmen und über unsere Umweltgestaltung unsere Epigenetik und somit unsere Genaktivität beeinflussen. Über welche Bereiche der Umwelt wird unser Epigenom nun aber am stärksten beeinflusst?

Welche Bereiche gibt es in der Epigenetik?

Fünf Gebiete sind inzwischen am meisten untersucht.

Dazu gehört die Nutri-Epigenetik: Sie erforscht die Auswirkungen unserer Ernährung auf epigenetische Prozesse. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie stark Nahrung die Genexpression beeinflussen kann, liefert uns unser Tierreich. Untersuchungen an Bienen zeigten, dass ausschlaggebend dafür, welche Bienenlarve sich zu einer Arbeiterin und welche sich zu einer Königin entwickelt, nicht etwa ihre jeweilige DNA-Sequenz, sondern der Methylgehalt ihrer Nahrung ist.

Auch sportliche Aktivität hat einen Einfluss auf epigenetische Prozesse. Studien im Bereich der sogenannten Physio-Epigenetik zeigen, wie schnell positive epigenetische Veränderungen in Muskel – und Fettzellen zu sehen sind. So sind positiven Effekte beispielsweise in Muskelzellen schon nach 20 Minuten Training auf dem Fahrrad-Ergometer zu sehen. 

Die Sozio-Epigenetik untersucht den Einfluss unseres sozialen Umfelds auf unser Epigenom. Bewegen wir uns in einer sozialen Umgebung, die uns nicht guttut und Stress in uns auslöst, wirkt sich das bis in unsere Zellen hinein aus und beeinflusst unsere Genaktivität. Daher sollten wir regelmäßig reflektieren und in uns hineinspüren, ob wir uns in unserem inneren Kreis geborgen und geliebt fühlen oder nicht. Führen wir vertrauensvolle Beziehungen, aktiviert das unsere Selbstheilungskräfte.

Auch unser Schlaf fördert diese Selbstheilungsfähigkeit, entgiftet unser Gehirn, reduziert Entzündungen in unserem Körper und hat eine therapeutische Funktion für unsere Psyche. Schlafmangel jedoch führt laut einer Studie zu einer Fehlregulation von über 700 Genen. Ausreichender und wertiger Schlaf sollte also ganz hoch auf unsere Prioritätenliste stehen!

Aus der Psychosomatik wissen wir bereits, dass unsere Psyche einen großen Einfluss auf unseren Körper hat. Doch die Psycho-Epigenetik geht noch einen Schritt weiter und belegt: belastende Gefühle und Emotionen, destruktive Glaubenssätze und auch erlebte Traumata haben einen negativen Einfluss auf unsere Epigenetik und somit auch auf unsere Genaktivität! So haben Menschen, die mit solchen schädlichen Verhaltensmustern durch ihr Leben gehen, sogar eine höhere Wahrscheinlichkeit zu erkranken! In einer, in der zu Gewalt neigenden brasilianischen Stadt São Gonçalo, durchgeführten Studie wurde beispielsweise aufgedeckt, dass die Epigenome derjeniger Enkelkinder, deren Großmütter mütterlicherseits hochgradige Gewalteinwirkungen erfuhren, auffällige epigenetische Veränderungen aufwiesen. Ein Teil dieser Veränderungen sind im Zusammenhang mit dem CFTR-Gen bei unserer Herz-Kreislauf Regulation von großer Bedeutung. Es war bereits bekannt, dass epigenetische Veränderungen am CFTR-Gen bei Vernachlässigung und oder traumatischen Erlebnissen in der Kindheit entstehen können.

Dies führt uns zu einem neueren Forschungsbereich der Epigenetik: Der transgenerationale Vererbung. Die sogenannte transgenerational Epigenetik befasst sich mit der Weitergabe epigenetischer Informationen von Eltern an ihre Nachfahren über mehrere Generationen hinweg. Denn so wie es scheint, werden epigenetische Strukturen bei der Übertragung auf die nächste Generation nicht vollkommen gelöscht und unsere eigenen epigenetische Veränderungen auch an unsere Nachkommen weitergegeben.

Wir sehen also: wir sind unseren Genen nicht heillos ausgeliefert – wir selbst sind es, die die Verantwortung für unsere Gesundheit und die unserer Nachfahren übernehmen können. Wir von HealVersity sind für dich da, um unser Wissen mit dir zu teilen, und dich auf diesem Weg zu begleiten.

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