Wie entwickelt man als Autor kreative Marketingideen?

Erstellt am 19.01.2024 aktualisiert am 19.01.2024
Torsten Gauger
Torsten Gauger
Fachkompetenz: Marketing und Werbung

Wie entstehen kreative Marketingideen für Autoren?

Ich werde oft gefragt, wie ich nicht nur auf so krasse Ideen für meine Romane komme, sondern auch für die Vermarktung meiner Romane. Meine Marketingideen kommen aus dem Alltag. Ich beobachte, lass mich inspirieren, höre zu und nehme wahr, wann meine innere Wünschelrute anschlägt. Manche sagen, es sei Zufall. Andere meinen, es ist Intuition. Ich bin überzeugt, dass Ideen etwas ganz natürlich sind, was wir trainieren können wie einen Muskel. Dafür müssen wir üben, Ideen fließen zu lassen. Dafür gibt es einen Trick. Wenn man sich bewusst auf die kreative Ideensuche begibt, bejaht man jeden Gedanken, egal wie verrückt, verboten, unanständig oder unrealistisch er sein mag. Für Ideen im Marketing zählt in der ersten Phase genau das Gleiche. Wenn man seinen Roman abgeschlossen hat, stellt sich die Frage, wie man der Vermarktung des eigenen Buches etwas unter die Arme greifen kann. Meist müssen das Ideen sein, die kostengünstig sind, die einen großen Wiedererkennungswert haben und die eigene Geschichte und Figuren nicht diskreditieren. Doch ganz am Anfang steht der Satz: “Ja, und…” Mit dem “Ja” bestärkt man die vorherige Idee und mit dem “und” führt man die bestehende Idee weiter. Diese Technik stammt aus dem Improvisationstheater und kann auch zu zweit oder in Gruppen angewendet werden. Entscheidend ist, dass Ideen in der ersten Phase immer bestätigt werden und dann dem nächsten Impuls nachgegangen wird, um auf der bestehenden Idee aufzubauen, sie abzuwandeln oder etwas neuen zu bauen. Erst ganz zum Schluss sortiert man die Ideen, überprüft sie und priorisiert sie.

Sebastian Fitzek erklärt, wie man kreative Marketingideen für Autoren entwickelt.

Meine Meinung

Kreativität ist erlernbar. Sie ist wie ein Muskel, der trainiert werden will. Und die Kreativität des Geschichtenerzählens sollte man als Autor auch in die Vermarktung seiner eigenen Geschichten stecken.

Torsten Gauger
Torsten Gauger
Fachkompetenz: Marketing und Werbung

Geschichten im Marketing

Wer eine gute Geschichte schreibt, der wird nicht deshalb zu einem guten Geschichtenerzähler, weil er sich ans Marketing gehalten hat. Allerdings kann man seinen Roman mit eigenen Geschichten natürlich sehr wohl kreativ weitererzählen, damit er noch bekannter wird und der Leser noch mehr Facetten der Geschichte entdeckt.

Warum sollte ich mich beim Schreiben nur auf den Text zwischen den Buchdeckeln beschränken? Gute Geschichten kann man auch weitererzählen, sodass Realität und Fiktion verschwimmen. Klar, da wird nun der Einwand kommen, dass ich es mit Psychothrillern besonders leicht habe. Denn da geht es ja genau um dieses mulmige Gefühl, dass die Fiktion in die eigene Welt hineinreicht. Wie ich das bei “Der Seelenbrecheru201d gemacht habe, könnt ihr sehen, wenn Ihr den Roman lest. Ich will das hier nicht spoilern, da es sehr drastische Reaktionen gab und ich extrem viele Zuschriften zu der Idee bekommen habe. Falls es Euch etwas genauer interessiert, führe ich das in einem Online-Kurs für Autoren  sehr genau auf. Aber so viel sei schon mal verraten: Je nach Genre kann man sich überlegen, wie die Geschichte in die reale Welt des Lesers hineinreicht. Wenn die Geschichte von Dir die Möglichkeit bietet auf reale Dinge Bezug zu nehmen, dann sollte man sich überlegen, ob das umgesetzt werden kann.

Marketingideen für Autoren

Modernes Marketing bedeutet heute oft Storytelling Marketing. Als Geschichtenerzähler bist Du prädestiniert Dir Ideen zu überlegen, wie die Geschichte so entwickelt werden kann, dass sie für die Leser auch außerhalb des Romans an Leben gewinnt. Denn das sind regelmäßig die Ansätze, die von den Verlagen für die spätere Vermarktung aufgegriffen werden und die auch unabhängig von großen Marketingbudgets funktionieren. Generell gilt: NUTZE DAS KONKRETE.

Nutze die Regionalität:

Spielt Dein Buch in einer ganz konkreten Region? Gibt es dort einen markanten Baum, den jeder kennt? Gibt es in der Rinde des Baumes eine reale Einkerbung, die man verwenden kann? Oder gibt es ein Geschäft, ein Café oder einen Balkon, den man real besuchen kann? Wie könnte man den in der Geschichte inszenieren? Wie wäre es mit einer Liebesgeschichte an diesem Balkon? Und sicherlich bist Du nun nicht der Einzige, der an Verona und den Balkon von “Romeo und Julia” denkt. Es gab also schon immer die Möglichkeit Realität und Fiktion zu verschmelzen und einen Mythos über das Buch hinaus weiterzuerzählen.

Nutze das Internet:

Oder spielt in Deinem Roman eine Internetseite eine Rolle? Kann man diese Internetseite selber erstellen und dort Hinweise hinterlegen? Kann man in einem öffentlichen Forum einen Beitrag im Namen des Protagonisten posten? Antwortet womöglich sogar der Antagonist in einer kryptischen Form, die nur die Leser des Romans im Nachhinein verstehen? Hat Deine Figur einen Facebook-Account? Oder ist sie auf Instagram? Was passiert, wenn man die Rufnummer wählt, die in Deinem Roman steht?

Nutze jedes Element Deines Buchs:

Kann man die Danksagung kreativ abwandeln? Gibt es ein Lesezeichen, das die Geschichte weitererzählt? Gibt es einen Klappentext, der sowohl informiert als auch erzählerisch überzeugt?

Wenn Geschichtenerzählen Deine Leidenschaft ist, dann nutze jede Möglichkeit Deine Geschichte weiterzuerzählen und diese Ideen auch im Marketing einfließen zu lassen.

Wie nutzt man Lesungen als Marketingtool?

Es ist nun vielleicht nicht ganz so vorteilhaft, sich zu outen. Aber vor meiner ersten Lesung hatte ich keine Ahnung davon, was mich dort erwartet. Ich dachte, es muss ein ganz spezieller Event sein, bei dem ich jede Menge Entertainment bieten muss. Denn lesen können meine Leser ja. Die werden ja wohl nicht erwarten, dass ich ihnen als Autor das vorlese, was sie bereits gelesen haben. Ich war erstaunt, dass eine normale Lesung tatsächlich das ist, was sie namentlich verspricht.

Mir persönlich reicht das nicht. Ich will Geschichten erzählen. Überall und zu jeder Gelegenheit. Ich bin Geschichtenerzähler. Und warum sollte dann eine Lesung das sein, was jeder alleine mit meinem Buch machen kann? Wenn Menschen zusammenkommen, um etwas über mein Buch zu erfahren, mich zu erleben, Geld zu zahlen. Da kann man was draus machen. Man kann sie unterhalten. Ihnen etwas bieten, was sie alleine mit dem Buch nicht erleben. Und auch das ist kein Marketing. Es ist einfach die Lust am Geschichtenerzählen, die man auch da ausleben kann.

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